Was bringt LDN bzw. Naltrexon bei chronischen Schmerzen?

Teil 1 – Vorbereitungen

LDN – was ist das?

LDN steht für Low Dose Naltrexon und steht für eine Therapie mit niedrig dosiertem Naltrexon. Naltrexon ist ein Opiat-Antagonist und wurde zunächst in der Behandlung von Drogensüchtigen und später auch in der Behandlung von Multipler Sklerose eingesetzt. Es blockiert temporär die Opiatrezeptoren im Körper und regt damit eine erhöhte Produktion von körpereigenen Endorphinen (ein natürliches Schmerzmittel, das im Gehirn produziert wird) an. Dies führt insgesamt zu einer Schmerzreduktion und einem verbessertem Wohlbefinden.

Naltrexon wird abends genommen, bleibt für 4 Stunden im Körper und steigert für die nächsten 24 Stunden die Produktion der körpereigenen Endorphine und ist somit auch für die Behandlung von Personen mit chronischen Schmerzen geeignet. (Quelle: www.ldnhilft.org)

 

Die Umstellung von Tilidin auf Naltrexon

Nachdem Rolf mir schon ein halbes Jahr zuvor von einer Schmerztherapie mit Naltrexon bzw. LDN erzählt hatte, fühlte ich mich im Sommer, genauer gesagt in den Sommerferien 2018 gut und sicher genug, um einen Versuch mit LDN zu wagen. Ziel war der endgültige Verzicht auf Tilidin. Die Umstellung von Tilidin auf Naltrexon fiel mir schwerer als die Umstellung von einem Teil Tilidin auf CBD. Naltrexon ist ein Opiat-Antagonist und hebt somit die Wirkung des Tilidins auf. Es funktioniert also nur Tilidin und CBD ODER Naltrexon und CBD. Um Naltrexon für mich ausprobieren zu können, musste ich zunächst ganz vom Tilidin runter, um dann mit der Kombination Naltrexon und CBD weiter machen zu können.

 

Vorbereitungen

Naltrexon bzw. LDN ist bei Ärzten noch weniger bekannt als CBD. Mit Hilfe von Rolf fand ich einen Arzt in einer anderen Stadt, der bereit war, mir Naltrexon in drei verschiedenen niedrigen Dosierungen zu verschreiben, damit ich ausprobieren konnte, welche für mich bereits reichen würden. Auf meinem ersten Rezept stand Naltrexon in folgenden Dosierungen: 30 mal je 1,5 mg, 3mg und 4,5 mg. Dieses Rezept schickte ich an eine Apotheke, die sich auf Naltrexon bzw. LDN spezialisiert hat.

Da ich beim ersten Mal 3 verschiedenen Dosierungen bekam, hat der Versand mit knappen 1 ½ Wochen etwas länger gedauert. Die nächsten Lieferungen erfolgten innerhalb von wenigen Tagen nach Einsenden des Rezeptes.

Da Tilidin und LDN nicht kompatibel sind, musste ich also ein paar Tage ganz auf das Tilidin verzichten, um dann mit dem LDN anfangen zu können.

Ich hatte dafür extra die Sommerferien gewählt, da ich dann nicht arbeiten musste. So hatte ich weniger Belastungen und konnte mich, wenn es mir schlecht gehen würde, jederzeit ausruhen.

Ich setzte das Tilidin, also die restlichen 50 mg, von einem Tag auf den nächsten ab und ersetzte die fehlende Opiatmenge durch eine zusätzliche Dosis CBD. Ich nahm also morgens, mittags und abends 7-9 Tropfen CBD (des 5 % igen Öls). Dies machte ich eine Woche lang. Die Schmerzen blieben in einem tolerablen Rahmen, allerdings hatte ich urlaubsbedingt kaum Belastungen, etwa durch das Sitzen bei der Arbeit. Mir wurde in dieser Woche allerdings auch klar, dass für mich eine reine Schmerzmedikation mit CBD generell nicht ausreichen würde.

 

LDN bzw. LDN und CBD als experimentelle Schmerztherapie

LDN funktioniert aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung und in einer niedrigen Dosierung wie ein Schmerzmittel. Die Wirkweise als Schmerzmittel ist in der Literatur beschrieben. Dennoch ist es wenig bekannt.

Ich recherchierte im Internet und in der Literatur, fand in der praktischen Anwendung jedoch hauptsächlich Berichte über die Behandlung von MS oder Berichte von MS-Patienten, die LDN für sich ausprobierten.

LDN und die Kombination LDN und CBD waren und sind also für mich ein Experiment, bzw. eine experimentelle Schmerztherapie.

An dieser Stelle fragst du dich vielleicht, wie ich so ein Experiment ohne ärztliche Begleitung machen konnte, ob ich mich nicht sicherer gefühlt hätte, wenn es ein Arzt begleitet hätte oder wenn es hierzu schon wissenschaftliche Studien gegeben hätte.

Tatsächlich hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits vom Medizinsystem distanziert. Ich versuchte Ärzte als Spezialisten und vor allem als Berater für mich zu sehen. Ich versuchte, mir meine eigene Meinung zu bilden, für meine Gesundheit oder für meinen körperlichen Zustand selber die Verantwortung zu übernehmen und auf mein Bauchgefühl zu hören.

Im Bereich Schmerztherapie hatten Ärzte mir in der Regel Opiate oder mehr Opiate anzubieten. Das hatte ich ausprobiert und auch die diversen Nebenwirkungen erlebt. Also war ich bereit für etwas Neues im Bereich Schmerztherapie. Da die Wirkung von LDN logisch beschrieben wird, hatte ich keine Angst. In Bezug auf die Schmerzabdeckung hatte ich zwar Bedenken, dass die Schmerzen nicht so gut abgedeckt werden könnten wie beim Tilidin. Ich hätte aber jederzeit das Experiment abbrechen können und zum Tilidin zurückkehren können. Also sah ich es nicht wirklich als ein Risiko an.

Da ich lange an verschiedenen Hochschulen als Wissenschaftlerin gearbeitet hatte, kam mir sicherlich auch meine wissenschaftliche Neugier zu Hilfe. Mit dieser Neugier und insgesamt relativ wenig Angst um meinen Körper konnte ich also einigermaßen entspannt mit dem Experiment starten. Darüber hinaus fühlte ich mich gut von Rolf begleitet und wusste, dass ich ihn jederzeit anrufen konnte, wenn irgendwas sein sollte.

 

Wie es weiterging mit dem LDN-Experiment und welche Erfahrungen ich damit gemacht habe, kannst du im nächsten Blogartikel lesen.

 


Internetquelle: website „Was ist LDN?“, www.ldnhilft.org (Stand Januar 2018)