Erste Einnahme von LDN und erste Erfahrungen

Nach der Vorbereitung, also dem kompletten Entzug vom Tilidin für eine Woche startete ich an einem Freitag mit der ersten Einnahme von Naltrexon in der Dosierung 1,5 mg. Die Einnahme wird für abends ab 21.00 Uhr empfohlen. Ich nahm und nehme es auch heute zwischen 21.00 und 22.00 Uhr, also kurz bevor ich ins Bett gehe. In den Berichten von Patienten mit MS hatte ich von folgenden Nebenwirkungen gelesen: besonders lebhafte Träume, Übelkeit und Verstopfung und eine vorübergehende Verstärkung der MS-Symptome. Diese Nebenwirkungen sollten allerdings innerhalb von ein paar Tagen bis zu drei Wochen wieder verschwinden.

Mit den 1,5 mg Naltrexon begann ich mit einer sehr niedrigen Dosis. Tatsächlich hatte ich bis auf die lebhaften Träume, keinerlei Nebenwirkungen. Die Schmerzabdeckung war okay. Ich nahm dann also am späten Vormittag und am späten Nachmittag CBD in meiner üblichen Dosierung und abends vor dem Zubettgehen Naltrexon. Dies behielt ich über zweieinhalb Wochen bei. Danach begann ich mit den 3 mg Naltrexon Kapseln.

 

Die richtige Dosierung

Mit den 3 mg Naltrexon fühlte ich mich gleich in den ersten Tagen nach der abendlichen Einnahme deutlich entspannter, wohler und positiver gestimmt als sonst. Neben der guten und wiederum dem Tilidin gleichwertigen Schmerzabdeckung, die auch anhielt, als ich nach den Sommerferien wieder arbeiten musste und die Belastung durch das Sitzen wieder hinzukam, war es vor allem die Auswirkung auf meine psychische Situation und Gestimmtheit, die mich sehr positiv überrascht hat.

Vor der Einnahme von Naltrexon hatte ich fast jeden Tag bereits morgens negative, depressiv gestimmte Gedanken etwa in der Art „Wieder ein Tag voller Schmerzen und Einschränkungen“. Nach der Einnahme von Naltrexon fühlte ich mich bereits morgens zuversichtlicher und deutlich positiver gestimmt, mehr auf die positiven Dinge ausgerichtet. Ich überlegte mehr, welche schönen Sachen ich heute trotz meiner Einschränkungen würde machen können. Ich fühlte mich auch insgesamt den Tag über entspannter und mehr in mir ruhend. Auch wenn ich mich über etwas aufregte oder ich mir Sorgen über etwas machte, kam ich schneller wieder in einen ausgeglicheneren Gemütszustand. Neben der dem Tilidin gleichwertigen Schmerzabdeckung durch das niedrig dosierte Naltrexon in Kombination mit dem CBD, war und ist diese Stimmungsaufhellung für mich ein ganz wichtiger Pluspunkt bzw. Mehrwert der LDN-Therapie.

 

Nebenwirkungen

Abgesehen von den bereits oben erwähnten lebhafteren Träumen, die ich immer noch ab und zu habe, aber nicht eindeutig der LDN-Therapie zuordnen kann, konnte ich keine Nebenwirkungen durch die Einnahme des niedrig dosierten Naltrexon auch nach ca. einem dreiviertel Jahr der Einnahme von täglich 3 mg Naltrexon feststellen.

 

 

 

 

 

Wie geht es weiter?

Das fortlaufende LDN Rezept  – den Arzt mit ins Boot holen…

Nachdem die für mich passende Dosierung feststand, ging es in einem nächsten Schritt darum, einen Arzt in der Nähe zu finden, der mir fortlaufend das Naltrexon verschreiben würde. Ich besprach die LDN-Therapie mit meiner Hausärztin und brachte ihr auch ausgedruckte Informationen hierzu mit. Des weiteren bot ich an, schriftlich festzuhalten, dass ich selber die Verantwortung für die eventuellen Risiken dieser experimentellen Schmerztherapie übernehmen würde (einen Vordruck hierfür habe ich auf folgender website gefunden: www.indirzuhause.de, „Vereinbarung über die Anwendung des Wirkstoffes Naltrexon als LOW-Dose Therapie im sog. Off-Label-Gebrauch“). Dem hat sie zugestimmt und nun bekomme ich von meiner Hausärztin ca. alle drei Monate jeweils ein Privatrezept mit 100 x 3 mg Naltrexon. Dies stellt für mich natürlich eine große Erleichterung dar.

 

LDN – Kosten und Beschaffung

Wie ich gerade schon erwähnte, bekomme ich das LDN über ein Privatrezept. Das heißt, ich muss die Kosten für diese experimentelle Schmerztherapie selber bezahlen.

Als ich das erste Rezept mit jeweils 30 mal 1,5 mg, 30 mal 3 mg und 30 mal 4,5 mg bekam, hat diese Kombination um die 100 Euro gekostet. Nachdem wir uns auf die 3 mg Naltrexon festgelegt haben, bekomme ich nun immer ein Rezept über 100 Kapseln, die dann auch ca. dreineinhalb Monate vorhalten. Für diese 100 Kapseln bezahle ich etwas unter 70 Euro.

Ich erwähnte ja schon, dass es spezielle Apotheken gibt (die man über das Internet findet), die sich auf die Herstellung von LDN Kapseln spezialisiert haben. Meine normale Apotheke vor Ort konnte mit dem Rezept nichts anfangen und hat es mir wieder zurückgegeben.

Die Beschaffung über diese Apotheke läuft schnell und unkompliziert. Ich schicke das LDN-Rezept ein und bekomme innerhalb weniger Tage meine LDN-Kapseln und die Rechnung vom Paketboten.

 

LDN, CBD und ein „hard pain day“… – was tun, wenn ich an einem Tag mal mehr Schmerzen habe?

Es gibt ja immer wieder Tage, an denen meine normale Schmerzmedikation bestehend aus LDN und CBD nicht ausreicht. Da ich mich nun beim LDN auf die 3 mg festgelegt habe und dann auch nur diese Dosierung zur Verfügung habe, ist beim LDN eine Dosissteigerung nicht ohne weiteres möglich. Beim CBD aber schon. Wenn ich also mehr Schmerzen habe, nehme ich entweder mehr CBD-Tropfen als sonst oder ich nehme eine zusätzlich Dosis CBD. Hiermit konnte ich in den allermeisten Fällen die Schmerzen in den Griff kriegen.

 

Im nächsten Blogartikel gibt es nochmal eine Zusammenfassung und mein Fazit zu den Möglichkeiten von LDN und CBD bei chronischen Schmerzen.